Mittwoch, September 27, 2006

Estnisches Fernsehen und Ja, ich arbeite auch

Ich muss euch vom estnischen Fernsehen erzählen, weil es einfach zu lustig ist. In unserm Wohnheim empfangen wir nur drei Kanäle, aber die reichen auch schon :) . Höhepunkt aller deutschen Volunteers (wie wir festgestellt haben) ist um 15.30 Uhr "Kommissar Rex".
Ja, diese mehr schlecht als rechte Krimiserie mit einem seltsamen Schäferhund in der Hauptrolle ist zu meiner Lieblingserie mutiert, denn sie ist - haha, wer hätts gedacht? - auf Deutsch. Mit estnischen Untertiteln. Jaa, das ist sehr toll.
Überhaupt sind viele (natürlich vor allem amerikanische) Serien und Filme original belassen und untertitelt,was natürlich für uns sehr prima ist. Allerdings sind auch einige, wie auch eine spanischsprachige Soap, in der Sprache belassen und EIN Synchronsprecher übersetzt alle Dialoge mit herzlich wenig Enthusiasmus. Also ich glaube, ich fände diese Soap so schon lustig (allein das Intro, wo ein heissblütiger Spanier ein Liedchen schmettert, nur leider die Lippenbewegungen nicht mit dem Text übereinstimmen, weils alles verschoben ist...), naja, aber wenn auch noch, während sich die temperamentvollen Spanierinnen anzicken oder dramatisch in Tränen ausbrechen, ein Sprecher gelangweilt diese herzzerreissenden Szenen überlabert, das ist einfach zuviel...
Gern mag ich auch die "Mumins", die man auch original belassen hat - in diesem Fall japanisch - , wo ich wenigstens ein paar Brocken Japanisch verstehe, wenn der Übersetzer nicht zu laut redet.
Oh, und es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag vor der Glotze hänge, die läuft nur wirklich den ganzen Tag und hier steht auch der Computer. Es gibt also kein Entkommen... :)

Ja, und mir ist aufgefallen, dass ich schon tausend Sachen über Aktivitäten, aber noch fast gar nix über meine Arbeit geschrieben habe. Dabei arbeite ich wirklich sehr gern.
Also, anfangen tu ich um 9 Uhr, sehr human finde ich. Dann trudeln so mehr oder weniger pünktlich die Jugendlichen ein und wir hocken alle um den Tisch zum Kaffee trinken und Neuigkeiten des Tages besprechen. Die entnehmen wir einer Art Bildzeitung, wo jeden zweiten Tag etwas über Vanilla Ninja drin steht, aber auch wer letzten Samstag zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Ich verstehe meistens null, aber Ruth (meine Chefin) übersetzt mir vieles, naja, und die Horoskope sind auch sehr lustig. Dann gehts meistens zu irgendwelchen Aktivitäten, Malen, Gitarrenunterricht (ab nächste Woche :) ) oder zum Kochen. Um 12 Uhr gibts Mittagessen, IMMER irgendetwas mit Kartoffeln und danach beschäftigen wir die Kids irgendwie, sei es mit Spielen oder Malen oder Rechnen (auf diese Weise habe ich die Zahlen gelernt). Mittlerweile kann ich mich einigermassen mit allen verständigen, weil ich einige Brocken verstehe,weil ich Arme und Beine besitze :) und weil manche versuchen ihre Brocken Englisch bei mir an den Mann zu bringen. Das ist sehr süss. Einer grinst immer und sagt so "Oookaay" und "Kuut Moooning". Sehr, sehr schnuffig.
Naja, und fertig bin ich immer um 2. Bis jetzt jedenfalls. Ab Oktober soll ich auch nachmittags bei einem anderen Projekt arbeiten. Bin ja mal gespannt.

Montag, September 25, 2006

Eesti Muusika rockt

Dieses Wochenende war wieder voller neuer Eindrücke, neuer Menschen und vor allem viel Musik. Und zwar Estonian Folk Music. Freitag und Samstag fand in Viljandi ein kleines Festival statt, das heisst in mehreren Gebäuden, u.a. einer Kirche, wurden Konzerte gegeben, die sehr hörens- und auch sehenwert waren, weil viele Künstler traditionelle Trachten trugen.

Und es war auch sehr lustig. Wir hatten Gäste aus Väike-Maarja (Alex und Geesche, eine dt. Austauschschülerin) und Tappa (Kati und Columbe, eine dt. und eine frz. Volunteer) da und so zogen wir Freitag und Samstag von einem Konzert zum nächsten. Der Grundstein der Musik war tatsächlich traditionell, aber dennoch hätten die Musikgruppen nicht verschiedener sein können. Während wir Freitag Abend eher die klassische Variante mit Dudelsack und Geige zu hören bekamen und traditonellen Paartanz lernten (das war SEHR lustig...), waren die Gruppen am Samstag eher ein bisschen in die rockige Richtung und vor allem eine Band mit noch sehr jungen, "hübschen Typen" hatte es uns sehr angetan :). Wir haben also viel getanzt, aber wenig im Vergleich zu den Esten, die bis 2 Uhr nachts abgingen, als hätten sie irgendwas genommen. Echt unglaublich. Also eins weiss ich jetzt, die Esten lieben Musik. Sie lieben Tanzen und Singen. Super :)

Gestern haben wir Viljandi-Volunteers die nicht hier wohnenden Volunteers ein bisschen herum geführt und das Wetter war wieder super. Langsam sind wirklich alle Bäume rot und gelb, aber tagsüber ist es warm genug, dass man im T-Shirt herum laufen kann. Nachts leider nicht. Das haben wir Freitag Nacht gemerkt, als wir von unserm letzten Konzert (das um 24 Uhr begann) heimliefen und jetzt sitze ich hier mit dicker Erkältung (ich sehe dich schon die Augen verdrehen und stöhnen, Mama :) ) und huste so vor mich hin. Aber es war wirklich eisig. Sonst ist aber alles klar soweit bei mir.

Ah, ich wollte noch sagen: Dankeschön für alle lieben Kommentare, Briefe und emails! Ich freue mich über jedes Einzelne und ihr seid einfach unheimlich lieb. Tausend Dank! Ihr wisst nicht, wie sehr mir das hilft. Hab euch lieb.

Donnerstag, September 21, 2006

Ich lebe...


... und zum Beweis dafür gibts diesmal auch ein Foto. War heute nachmittag auf den Burgruinen spazieren und habe versucht ein einigermassen brauchbares Selbstportrait zu schiessen. Es ist mir nicht gelungen... :)

Heute hatte ich im Daycare-Center meine liebe Gitarre dabei und die Kids waren ganz begeistert. Das war so süss! Werde wohl in Zukunft Gitarrenunterricht geben.
Jetzt bin ich müde und ein bisschen traurig. Irgendwie ist alles immer noch so fremd, und das, obwohl ich doch schon fast zwei Wochen hier bin. Oder doch erst? Vielleicht braucht alles einfach noch Zeit. Naja, Zeit habe ich ja...

Mittwoch, September 20, 2006

Terviseks!

Der gestrige Tag war blöd, deswegen will ich erst gar nicht davon erzählen. Muss ja aber auch mal sein, so ein blöder Tag, sonst gäbs gar keine schönen Tage. Und die blöden sollte man so schnell wie möglich vergessen.

Deswegen will ich lieber eine lustige Geschichte erzählen.

Wusstet ihr, dass ´Terviseks´ ´Prost´ heisst? - Ich auch nicht. Das heisst, ich hätte es eigentlich wissen sollen, denn es wurde mir nur fünf Minuten vorher gesagt. Aber entweder lag es am vielen ekligen Tetra-Pak-Rotwein, den ich getrunken habe (darauf würde ich tippen) oder an meiner Verpeiltheit (darauf würde der Rest der Welt tippen), aber ich wollte in meinem Ethusiasmus zeigen (der aber jetzt bestimmt mit dem Wein zusammen hing), dass ich schon etwas Estnisch kann und wünschte der versammelten Runde `Headseks!´ (head bedeutet gut).
Naja, aber das war scheinbar irgendwie falsch, denn der estnische Teil der Gruppe fing an sich total kaputt zu lachen, bis mir Linda (meine Tutorin) unter Tränen erzählte, dass ich allen gerade `guten Sex!` gewünscht hatte.
Ookay... Ich meine, das ist doch auch kein schlecher Wunsch, oder?

Aber es war schon irgendwie peinlich. Und irgendwie scheint es sich ziemlich rumgesprochen zu haben, denn ständig sprechen mich Leute drauf an, die gar nicht dabei gewesen sind. In meinem Wohnheim ist es ein ziemlicher Running Gag. Linda meint, ich solle froh sein, denn so würden mich die Leute so schnell nicht vergessen. Aber ich glaube eher, ich habe meinen Ruf als verpeilte Person schon nach nur drei Tagen weg.

Montag, September 18, 2006

Wochenende

Oh Peter, es passiert jeden Tag soviel, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin abends so hundemüde, dass es mich gar nicht stört, dass ich nichts zum Lesen habe. Gerade jetzt bin ich wieder heftig am Gähnen...

Donnerstag habe ich zum ersten Mal die beiden französischen Volunteers hier in Viljandi kennen gelernt, Charles und Camille, die beide sehr nett sind. Charles ist ein bisschen verrückt und er spielt Gitarre.. Sehr toll. Dass die Beiden Franzosen sind, finde ich ziemlich prima, denn so kann ich.. - haha - Französisch sprechen. Super, wa? Naja, dadurch, dass ich soviele Sprachen spreche - Deutsch, Englisch, Französisch, Estnisch (?) - vermische ich alles immer ein bisschen und Charles meinte so Camille (in seinem genialen Französisch-Akzent-Englisch) "incroyable, she mixes three languages in one sentence". Jaja, ich bin einfach incroyable... :)

Gestern habe ich dann auch die vierte Volunteer kennen gelernt, Ana-Lena aus Deutschland, auch sehr nett. Zusammen waren wir, alle Volunteers und der Staff vom Social Center in Viljandi, in Sooma, einem Nationalpark (?) Kanu fahren und ich habe immer noch einen incroyablen Muskelkater. Aber es war sehr lustig. Die Natur hier ist einfach wunderschön. Hier ist der Herbst schon angekommen. Die Bäume sind rot und gelb und am Abend hängt dicker Nebel über den Feldern.
Nach der Kanutour waren wir noch auf einem Bauernhof zum Grillen und in die Sauna gehen. Das war auch sehr amüsant. Für mich wars zum ersten Mal in einer Sauna und es war irgendwie seltsam. Ich verstehe den Sinn nicht ganz, aber es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Danach sind wir in den eiskalten Fluss gesprungen, brrr.. Aber es hat auf jeden Fall Spass gemacht. Nachmittags war es sehr warm und wir haben auf den Booten unsere Jacken ausgezogen. Aber nachts ist es sehr, sehr kalt und in einigen Teilen von Estland hat es auch schon gefroren. Wir haben ein deutsches Pärchen getroffen, dass bei minus 3 Grad noch gezeltet hat. Die spinnen, die Deutschen.

Von Freitag auf Samstag waren Linda, Urwe (eine Freundin von ihr) und ich auf Saaremaa, einer der zwei grossen Inseln von Estland. Dort fand für die Leute, die normalerweise bei mir im Haus wohnen, ein Zirkus-Workshop statt. Die Truppe, die das auf die Beine gestellt hat, war witzigerweise aus Deutschland. Das war sehr schön, nach langem, ermüdenden Englisch Sprechens mal wieder die eigene Sprache sprechen zu können. Es war alles sehr liebvoll und mit viel Witz gemacht und am Ende liefen auch wir, die nur zum Zuschauen gekommen waren, geschminkt und in bunten Kostümen herum. War schon eine Gaudi.

Donnerstag, September 14, 2006

Üks, Kaks, Kolm, Neli... (1,2,3,4...)

Oh mann, das mit der Sprache hatte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt. Es ist einfach schrecklich, wenn ständig Menschen auf dich einreden und du kein einziges Wort verstehst. Und das finden sie auch noch sehr lustig. Naja, aber dafür bin ich umso entschlossener Estnisch zu lernen.

Gestern habe ich mir "Kindertag in Bullerbü" auf Estnisch ausgeliehen und - stolz! - bereits die erste Seite übersetzt. "Das sind Lasse und Bosse und ich und Inga und Britta und Ole..."
Okay, das ist nicht überwältigend, aber es ist ein Anfang. Dann habe ich mir noch ein Kinderbuch ("Geschichten von Lalaa und Benee") auf Estnisch und auf Deutsch ausgeliehen, "Geheimnis um einen entführten Prinzen" (erste Anzeichen meiner Lese-Entzugserscheinungen) und ein englisches Filmjournal. Naja, besser als nichts.

Ooh, und Viljandi ist einfach wunder-wunderschön. Heute war ich mit meiner Gruppe am Viljandi-See und ich dachte wirklich, so habe ich mir die Seen in Schweden vorgestellt. Total ruhig und romantisch. Linda hat mich später auch auf der alten Burgruine herum geführt, von wo aus man einen total schönen Blick auf den See hat. Und dazu strahlender Sonnenschein. Die perfekte Filmkulisse. Und Viljandi selbst ist auch echt schnuffig (um deine Frage zu beantworten, Papa), tatsächlich sehr Bullerbü- und auch Ibersheim-mässig und alles seehr alt, wie mir Linda dauernd erzählt. Das da ist 100 Jahre alt und das da 200...

Aber keine Sorge, Vali, es gibt keine Scheiss-Döme... :)

Mittwoch, September 13, 2006

Von Tallinn nach Viljandi

Die ersten beiden Tage, bis Dienstag verbrachten Alex (eine andere Freiwillige aus Deutschland; sehr nett) und ich in Tallinn. Gewohnt haben wir in einem Doppelzimmer im örtlichen, teils abgesifften Studentenwohnheim. Abgesehen davon, dass es etwas abgesifft war, war es eigentlich ziemlich prima. Die Altstadt war nicht fern, das Meer war nicht fern und unser Fernseher hat sogar MTV empfangen. Oh, und das Wetter war einfach genial. Strahlender Sonnenschein und am Nachmittag war es sogar so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen konnten. Und Tallinn ist einfach toll. Wir haben die wunderschöne Altstadt mit ihren Türmen und verwinkelten Gassen gesehen, waren auf einer SEHR hohen Kirche mit SEHR vielen Stufen, sind am Meer spazieren gegangen und besoffene Russen haben sich für uns entblösst - was will man mehr?

Jedenfalls hatten wir eine schöne Zeit in Tallinn.

Gestern gings dann für uns beide in unsere Projekte, für Alex nach Väike-Marja und für mich nach Viljandi. Hier habe ich meine Tutoren Linda und Ruth kennen gelernt, die beide sehr nett sind. Allerdings ist ihr Englisch etwas gebrochen, deswegen ist es für mich manchmal schwierig sie zu verstehen. Überhaupt finde ich es etwas seltsam, dass viele Menschen gar kein Englisch verstehen. Heute vormittag habe ich zum Beispiel ein Konto eröffnet mit einem Mädchen, das kaum Englisch sprach, bei einer Angestellten, die überhaupt kein Englisch sprach. Ich habe einen Vertrag unterzeichnet, der nur auf Estnisch, Lettisch, Litauisch und Russisch geschrieben war, keinen Schimmer, worums genau ging. Naja...

Mein Zimmer hier ist sehr schön. Vor allem sehr hell, was ich bestimmt in den Wintermonaten sehr zu schätzen wissen werde (unser Zimmer in Tallinn war so düster, dass man schon im Sommer Winterdepressionen bekommt) und ich bin grade dabei es einzurichten. So, die Bibliothek schliesst in minus 2 Minuten, muss Schluss machen, sonst werd ich eingsperrt...

Head ööd!

Welcome to Estonia

Ich weiss nicht, wie oft ich diesen Satz jetzt schon zu hören bekommen habe, aber er ruft mir jedes Mal wieder ins Gedächtnis, dass ich wirklich hier bin. In Estland. Und Estland ist schön. Sehr schön. Jedenfalls das, was ich von hier gesehen habe.

Erstmal der Flug. Es ist immer wieder unglaublich, wie verpeilt ich eigentlich bin. Wir waren eine Stunde über der Zeit und trotzdem hätte ich um ein Haar meinen Flieger verpasst. Ich sagte "Nein, liebe Familie, trinken wir keinen Kaffee mehr, ich habe Angst, dass ich zu spät komme", mein Vater sagte "Dooooch, Laura, du hast noch soooo viel Zeit, das schaffst du loooocker!". Eigentlich hätte ich schon aus der Erfahrung wissen sollen, dass man nicht auf meinen Vater hören darf. Vor allem nicht, wenn es ums Fliegen geht. Ich glaube, er hat noch nie einen Flughafen im normalen Gehen durchschritten. Eher ohne dabei überhaupt den Boden zu berühren (soagr mit Krücken :) ) Aber da habe ich nicht dran gedacht. Ich reihe mich also gemütlich in eine Schlange zur Kontrolle ein, als eine panische Stimme ruft "Tallinn, Tallinn??" und ich so "here, here!". Und sie zieht mich aus der Schlange, durch die Kontrolle und so schnell in einen Bus, dass mir Hören und Sehen vergeht. Während dieses Rumgezerres schimpft sie noch auf mich ein, dass ich doch bitte nächstes Mal früher kommen soll, und sie wollten grade meine Koffer ausräumen und blabla.. Da bin ich aber erschrocken! Ich glaube, ich war auch wirklich die Letzte im Flieger.
Und dann, der Flieger sollte 12.40 in Tallinn ankommen, es ist so halb 12, ich lehn mich grade zurück, da tippt mich eine Stewardess an und macht mir auf Estnisch und mit wilden Gesten klar, dass wir jetzt landen. Ich völlig verwirrt. Ich hatte der Frau, die uns abholen sollte, 12.40 gesagt. Naja, wie gesagt, ich bin verpeilt. Es war natürlich 12.40, aber in estnischer Zeit, also eine Stunde später. Es ist echt unglaublich...

Samstag, September 09, 2006

Abschied

Das ist eine blöde Überschrift. Sie klingt traurig und trostlos und... so entgültig. Aber wie man's auch dreht und wendet, es sind nunmal nicht mal mehr 24 Stunden bis ich im Flieger sitze und das graue Deutschland hinter mir lasse. Meine Verabschiedungen waren bis jetzt alle sehr kurz und schmerzlos, aber je näher der Zeitpunkt des entgültigen Tschüss sagens rückt, desto schwerer wird es. Soll ich wirklich gehen? Mache ich nicht doch einen Fehler? - Zum Glück gibt es da aber noch die Ronja-Räubertochter-Stimme in mir, die sagt, nix gibts, das ziehst du jetzt durch, da wird nicht gekniffen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Der Abschiedsabend gestern war übrigens sehr toll. Danke an alle lieben Menschen, die da waren. Ich habe mich echt gefreut. Und die Gitarren-Session am Schluss war auch sehr schön, vor allem Californication :) . Werde euch alle sehr vermissen.

Donnerstag, September 07, 2006

OBO-Freizeit und Ausreiseseminar

Puh, soviel passiert. Ich komme selbst kaum mit. Die Zeit rast dahin, es ist unglaublich.

Erstmal möchte ich vom tollen Sommerlager in der Zigeunermühle in Weißenstadt erzählen. Das war nämlich sehr schön. Die OBO veranstaltet das jedes Jahr und dieses Jahr war ich so - in innerer Vorbereitung auf meinen Freiwilligendienst - zum ersten Mal dabei. Ich hatte ja bisher noch so null Ahnung oder Erfahrung mit Behinderten und ich hatte wirklich, ehrlich Angst. Aber das war völlig unnötig, denn die Teilnehmer waren einfach so super, es war von Anfang an kein Problem.
Wir haben - trotz nicht grade idealem Wetter - ganz viele Ausflüge gemacht, zum Weißenstädter See, auf den Waldstein Wandern, zur Landesgartenschau nach Marktredwitz und Abdancen im Halifax (auf R'n'B und Black, es war so schrecklich und so genial... :) Ich kann's nicht beschreiben). Ganz toll war natürlich auch unsere Zimmergenossin Heidi (gell, Magdalena?), die einfach unermütlich war im Party machen. Und auch sonst überall. Wenn du sie nachts um halb 3 nach durchgetanztem Abend gefragt hast "Nu Heidi, jetzt mach'ma noch Party, odda?", dann hat sie "Jaaaah!" gejauchzt. Unglaublich, und das, wo sie schon 90 ist :). Naja, und von ihren kleinen Raubzügen durch den Marktredwitzer New Yorker wollen wir hier mal nicht erzählen.

Jedenfalls war's echt schön.


Tja, und gleich im Anschluss ging's für mich weiter aufs Ausreiseseminar von VIA, das in Kassel statt fand. Die Stadt war jetzt nich so doll, aber der Irish Pub is suuupa.. Das Seminar war eigentlich ziemlich gut, was mich sehr überrascht hat. Hielt VIA ja für eine eher etwas verpeilte Organisation. Jedenfalls war's echt informativ und interessant, auch die Leute waren alle, naja, alternativ eben. Ich war blöderweise sehr still. Was mich sehr geärgert hat. Naja, aus Fehlern lernt man.
Alles in allem waren's vier Tage in der Jugendherberge dort (wo das Essen übrigens sehr, sehr gut war, nur zu empfehlen...) und die gingen so schnell rum, es ist echt krass.

Oh, und ich bin die einzige von VIA, die nach Estland fährt. Und mein Land wurde für "exotisch"befunden und ich als "mutig" bezeichnet. Ich meine, das ist ok, wenn das irgendwelche Leute sagen, die das wahrscheinlich bei jedem Freiwilligendienst im Ausland denken, aber wenn das andere EFDler sagen, finde ich das irgendwie... beängstigend.. ? - Nee. Basst scho.

Abenteuer, ich komme!