Geräuschkulisse: I will follow you into the dark - Death Cab For CutieEigentlich sollte ich ja schreiben, wie wunderbar schön und wie unglaublich nervig es sein kann, nach beinahe 9 Monaten Pause wieder auf engstem Raum mit der Familie zusammen zu sein, dass es tatsächlich möglich ist in meinem kleines Chaoszimmer eine Woche lang zu dritt zu leben und dass endlich der Sommer da ist.
Aber ich will euch lieber von meiner tollen Erfahrung erzählen, wie es ist einen Stalker zu haben. Ganz ohne Scheiß. Und wer jetzt lacht, den töte ich. Mir ist der Witz nämlich in den nun beinahe drei Wochen abhanden gekommen.
Seit vielleicht vier Wochen haben wir in meiner Gruppe einen neuen Typen. Der ist ein bisschen seltsam, ein wirklich guter Maler und - in mich verliebt. Und nicht 'verliebt', sondern fanatisch, besessen, unlogisch und verdammt hartnäckig verschossen. Oh mann, ich klinge ganz schön hart, nicht? Aber wenn ich an letzte Nacht denke, ist mein schlechtes Gewissen weg und zurück bleibt nur noch ein ekliges Gefühl in der Magengrube. Angefangen hat alles eigentlich recht harmlos. Er hat mir ständig während der Arbeit Blumen geschenkt, hat mir tausend Dinge erzählt, naja, so halt... Dann hat er begonnen mir nach der Arbeit zu folgen, wollte, dass ich zu ihm nach Hause komme, dass wir uns treffen und mich malen. Das wurde mir ein bisschen zu viel und ich sagte auf alles erstmal nein und er fragte 'warum warum??' und ließ sich nicht abschütteln. Und darauf... - machte ich den größten Fehler von allen. Er versprach zu gehen, wenn ich ihm meine Handynummer gäbe. Nun gut, den Rest könnt ihr euch ja denken. Bin schon ein Schaf.
Seit diesem Tag jedenfalls habe ich, sobald mein Handy an ist, mindestens 10 Anrufe täglich, Dutzende Sms und das von morgen ab 7 bis nachts um halb 2. Nee, und lachen kann ich nicht mehr. Gestern ist er meinen Schwestern und mir bis zum Badesee gefolgt und hat uns von der nächst gelegenen Bank angestarrt. Und letzte Nacht lagen wir drei mit klopfenden Herzen und angehaltenem Atem in unseren Betten, als wir die Steine an mein Fenster prasseln und Schritte auf dem Metallgerüst davor hörten.
Nachdem ich vergeblich versucht habe mit ihm zu reden, habe ich es heute meiner Chefin erzählt und sie versprach ihn anzurufen. Aber gerade habe ich wieder einen Anruf und eine Sms bekommen und Zina, meine Nachbarin, meint, dass er den ganzen Nachmittag besoffen vor unserm Haus rumgehangen sei. Ich habe ein bisschen Angst vor der Nacht. Und wenig Lust ihm morgen in meiner Arbeit zu begegnen. Doch es ist gut jetzt nicht allein zu sein. Glück im... naaa?
Ansonsten ist es, wie gesagt, sehr schön gerade. Der estnische Sommer ist da, wir schwimmen jeden Tag in den Seen hier und morgen laufen Moos und ich im Rahmen der Hansatage, die über das Wochenende sind, in mittelalterlichen Kutten rum. Cooool... :) Ich weiss schon, wer da neidisch ist. Und das Ende rückt merklich näher. Ich will nicht.
Aber die letzte Woche war wirklich schön. Außer Saaremaa, Lahemaa und Soomaa und natürlich Tallinn, haben wir nämlich.... dumdumdum....
PLACEBO gesehen!!!! Ja, wirklich! Live und in Farbe und in Tallinn. Und unglaublich toll. ... Viel zu kurz zwar und zu teuer, aber einfach wunderbar.. Also ich mag die Platten ja, aber live is nich damit vergleichbar... woah.. Gesehn übrigens zusammen mit Ariane und Moos. Und dem Estonian Placebo Fanclub mit Flügeln auf dem Rücken..
mäh mäh