
Dienstag dieser Woche, also am 10. Juli, war unser Suur Päev (estn. Großer Tag), ein activity day für Menschen mit und ohne Behinderung, den wir Freiwilligen aus Viljandi zusammen geplant hatten. Das Datum war schon Monate zuvor bestimmt worden, wir dachten uns "Juli? boah ey, das wird voll die Sommerparty mit Wasserspielen und Hitze und so..." ... Pfff, Pustekuchen! Der estnische Sommer kann eben auch anders aussehen. Vielleicht hatten wir Glück im Unglück, dass es nicht die ganze Zeit geregnet hat, aber ich würde sagen unser Glück war verhältnismässig zum Unglück ungerecht klein. Aber es wurde - einigen sehr nassen Tiefpunkten zum Trotz - sehr schön. Camille und ich hatten einen Sinnesparcours geplant, der sehr lustig und für die Leute auch interessant war, wir hatten außerdem eine Hüpfburg, einen etwas verpeilten Staffellauf, Futter für alle, Schminken mit den Zwillingen und ein Fußballtournier, bei dem die Menschen aus Maarjaküla, einem Wohnheimdorf, ganz klar vorn lagen.. Zum Abschluss durften alle noch eine Runde auf dem Boot über den Viljandisee drehen und ein sehr lieber Mensch aus der Kulturakademie spielte dabei Akkordeon. Es war eigentlich wirklich ein sehr schönes Ende, wenn auch Teile davor sehr chaotisch waren, der Höhepunkt, oder besser Tiefpunkt, vor allem, als der Typ von der Stadtverwaltung kam um sich das ganze anzuschauen und wir nur hin und her rannten, verzweifelt, alles ins Trockene zu bringen und die Leute nass aus der Wäsche guckten. Der Kerl hatte aber auch echt den wahrhaft schlechtesten Zeitpunkt erwischt, wo ging. Aber gut.
What else? - Aaah, se sun is back. After fast zweiwöchiger Abwesenheit tut sie so, als wär nix gewesen und wärmt unsere Gesichter, als hätte sie nie etwas anderes getan. Nun gut, mir soll's mehr als recht sein, da das düstere Wetter sich ja doch auf die Gemüter ausschlägt, besonders auf die melancholischen.. :) Pünktlich zum Start mein/unseres (Barbara...? evtl. krank...) Lettlandtrips, der morgen starten soll, lächelt sie mich also durchs Fenster an und meint "hopp hopp, Laura, Zelt einpacken, mensch, und dein Rucksack ist auch noch leer...!" und weil ich weiss, dass sie recht hat, mach ich jetzt Schluss und füge mich meinem Schiksal.
Allen Coburgern wünsch ich ein wunderbares, regenfreies Samba!!
(und denkt bei "died in your arms tonight" von der swiss brass dingscombo an mich)