Montag, Mai 26, 2008

Ich bin jetzt immer da wo du nicht bist...

... und das ist immer Delmenhorst ♪ (zumindest auf der Durchfahrt)


Look! That's all I got to eat in Moos' place.. (und er lacht auch noch)



Also wenn das nicht schräg ist! Warmes Essen aus Automaten.

Und es geht noch schräger:

magic mushrooms und andere Kuriositäten in Amsterdam

with your feet in the air and your head on the ground

Eine Reise nach Holland. Über Bremen. Immer noch völlig reizüberflutet, daher unfähig Geschehnisse in ganze Sätze zu fassen. Besuch im holländischen Groningen bei Moos, Bauklötze gestaunt über das äußerst liberale Amsterdam, mit den Füßen im Meer gestanden, Moos geprügelt weil Moos fies gewesen, bei der lieben Cousine Gesa Obdacht gefunden und genossen, und - jepp, schön war's!

Montag, Mai 19, 2008

Du warst in Island? Aha, wieso das denn..?

Als Estlandfreiwillige, ob ehemalige oder aktuell, muss man feststellen, dass man außerhalb der Landesgrenzen seines EVS-Landes, das heisst in unserem Fall Deutschland, vor einige Problematiken in Sachen Verständigung gestellt wird. Oder besser Nichtverständigung. Nicht nur dass man sich mit den gängigen Vorurteilen rumschlagen muss ("Estland? Kann man da überhaupt Bananen kaufen?" oder "Ist das nicht ein Entwicklungsland?" (?!?) ), auch die geographischen Kenntnisse lassen schwer zu wünschen übrig, wobei zwischen den drei baltischen Staaten grundsätzlich nicht unterschieden wird. Dass aber allein schon die erste Frage bzw. Antwort, wo man denn seinen Freiwilligendienst geleistet habe, zu Missverständnissen führt, liegt an der tollen deutschen Sprache, die 'Estland' - und ehrlich nicht genuschelt - wie 'Island' klingen lässt und unser Gegenüber zu Ausrufen veranlasst wie "Wow.. So mit Geysiren und so?". Ja, man hat es schon schwer als Estlandfreiwillige. - Aber jetzt der Knaller! Meiner Vingergruppe in Viljandi im März ein Osterpaket geschickt und mich schon gewundert, dass eine Antwort ausblieb. Letzte Woche bekomme ich einen dicken Brief aus Viljandi, wo Ruth mir schreibt (O-Ton): "I think, we got this letter little later than normal, because it travelled around (there was written Iceland)." Hahahaha, wie herrlich... Ich hatte das Paket bei der Post am Schalter abgegeben. Ach, lang lebe die deutsche Sprache!

Heute durfte ich den Dalai Lama sehen. Wirklich. So richtig. Wir standen am Brandenburger Tor und obwohl er wirklich für mich nur ein kleiner roter Punkt auf der Bühne war, haben seine Worte mich berührt. Ist das nicht unglaublich? Ein einfacher, kleiner Mann und trotzdem hat er die 10.000 Menschen, die da waren, umgehauen. Ich mag sein Lachen.

Freitag, Mai 02, 2008

1.Mai oder Hat unsre Jugend keine Rebellion mehr?

Du kannst dir deine Rebellion kaufen. Gleich hinter dem Kottbusser Tor an einem der ein Dutzend Stände, die sich dort alle brav hintereinander aufgereiht haben. Ein Euro Pfand. Oder weiter hinten für 19, 95 einen Kapuzenpulli mit der Aufschrift "Gegen Kapitalismus". Berlin braucht kein Oktoberfest, Berlin hat den ersten Mai. Zwischen den Essensständen, den Aktionstreffs und Bühnen, auf denen Punkbands ihre Parolen ("Diiiiiie!!! Scheiß Faschisteeeen..!!") brüllen, drängeln sich kleine Kinder, die das alles ganz aufregend finden, eine Hippiemama schnauzt mich - erstaunlich unentspannt - an ich solle gefälligst Platz machen für ihren Kinderwagen samt Kind und so lasse ich mich vom Menschenstrom durch die Oranienstraße ziehen. Was für eine Show. An den Wänden der Häuser rufen rot-schwarze Plakate zur "Revolution!!" auf, und dennoch - ein buntes Fest, einem Freizeitrummel um einiges ähnlicher als einem politischen Statement.

Zuvor in der U-Bahn stand ich mit einem Haufen anderer Menschen dicht and dicht, als ein junger Türke neben mir seufzend zu seiner Freundin meint ".. und es wird heute ja doch wieder nicht passieren..", darauf ein Typ, der bis dahin unbeteiligt daneben stand, ohne den Blick vom Fenster abzuwenden und mit todernster Stimme: "doch, mann, heute wird's passieren.." Ich musste lächeln. ES.

Zusammen mit unglaublich viel anderen Menschen warten wir schließlich auf es. Das große Etwas, das in der Luft liegt, das keiner kennt und das doch stark genug ist einen riesigen Haufen Leute mit Transparenten unterschiedlichster Beschriftungen - von Save Tibet bis zur Alliance Against Germany - auf dem Platz vor dem Kottbusser Tor zusammen zu bringen um gemeinsam zu demonstrieren. Worfür genau scheint keiner so wirklich zu wissen, an wen die Appelle gerichtet sind auch nicht, ist aber auch nicht weiter schlimm, schießlich geht es um Kampf und Revolution, da darf man sich nicht mit Details aufhalten.
Wir warten. Die offizielle Kundgebung zieht sich hin, das Publikum wird sichtlich unruhig und ungeduldig, man will schließlich Steine werfen und Autos anzünden. Dann schließlich setzt sich die Masse - nach einem langen Nachmittag schon gut angetrunken und in Stimmung - langsam in Bewegung. Und habe ich geglaubt noch nie soviele Punks und Hippies gesehen zu haben, so hab ich meinen Augen kaum trauen können was für ein riesiges Polizeiaufgebot an diesem ersten Mai präsent war. My oh my. Polizisten mit weißen Helmen und grimmigen Gesichtern stehen in unendlichen Reihen am Straßenrand und sehen aus als hätte man ihnen die Butter vom Brot geklaut. Verübeln kann man es ihnen nicht.
"Lasst euch nix von den Bullen gefallen!", brüllt ein Moderator vom LKW und klingt wie ein Animateur bei einem Spiel. Räuber und Gendarm heisst es. "Yeeeeeah!", brüllt die Masse zurück und schwingt ihre Fahnen und Transparente und ich habe das Gefühl im falschen Film zu sein. Das hört sich nach Hetze an und nicht nach Revolution. Ich stelle mich in keinster Weise auf die Seite des Staates und der Polizei, aber muss denn wirklich auch noch dazu aufgerufen werden Konflikte heraufzubeschwören? Ist es tatsächlich nötig auch noch Öl ins Feuer zu gießen?
Ach, und es wirkt alles so geplant, die Demo, die Polizei, ja selbst später die doch eher zaghaften Steinwurf- und Mülltonnenbrennaktionen laufen so routiniert ab, dass ich mich wie ein Statist fühle, der in einem schlechten Theaterstück mitspielt und sich nicht erinnern kann, wo der Ausgang ist..


Na gut. Ich bin offensichtlich nicht zur Rebellin geboren. Es wird kein Luke Skywalker aus mir.
Dann doch eher der Hippie mit der Blume im Mund.