Ceci n'est pas un blog de Loreli
Der seltsamen Überschrift widersprechend handelt es sich bei dieser Seite doch um einen blog, der von mir und meinem Leben erzählen soll, das ich ab September 2006 in Viljandi, der sechsgrößten Stadt Estlands, verbringe. Was ich schreibe, ist oft suspekt, seltsam, melancholisch, chaotisch, anarchistisch, sinnlos, sinnvoll und tiefsinnig. Und es gibt keine dummen Fragen. Nur dumme Antworten.
Sonntag, Februar 25, 2007
Dienstag, Februar 20, 2007
Durcheinander
Kennt ihr dieses Gefühl, das man überhaupt nicht beschreiben kann? So ein Chaos im Kopf und im Denken, das alles blockiert und das Einen in einen sehr seltsamen Schwebezustand bringt? Äh, oder so.. Man kann's irgendwie nicht beschreiben. Weil es dir nicht wirklich schlecht geht, nur eben auch nicht gut, so würde Farin Urlaub sagen. Ich weiß wirklich nicht, was ich denke. In mir ist ein Vakuum. Kein Polarisierung, keine Beurteilung, keine Gefühle. Und irgendwie doch alles auf einmal. - Was soll ich nur studieren? Film, soziale Arbeit, Medienwissenschaften, Journalistik? ....
Is das normal, dass man nach 5 Monaten EVS auf einmal denkt, man macht wieder einen Schritt zurück? Dass man auf die Worte der Andern wieder empfindlicher reagiert und wieder schüchterner ist, wenn man vor der Gruppe sprechen soll. Dass man wieder den Mond anstarrt und bei Chansons weinen muss. :) Haha, das stimmt wirklich. Kennt ihr "Die Kinder von Izieu" von Reinhard Mey (danke an dieser Stelle an Norbert!) ? ... sehr traurig jedenfalls... Ach, alles ist komisch. Aber vielleicht bin ich nur einen kleinen Schritt von der Ordnung entfernt. Ma ei tea.
Mittwoch, Februar 14, 2007
Head sõbrapäeva!
Einen schönen Freundschaftstag wünsche ich euch!
Ich mag die estnische Variante des Valentinstags. Hier beschenkt man nämlich nicht nur seine Liebe, sondern auch alle Freunde und Freundinnen mit Karten, Geschenken und Schokolade. Irgendwie sehr bekloppt, der ganze Tag... Und sehr ungewohnt. Ein bisschen wie Weihnachten :).
In diesem Sinne: Meine lieben Menschen, ich denke an euch. Und ich habe ganz viel Briefumschläge gekauft und die werde ich auch ganz sicher die nächsten Tage verwenden, versprochen! Vielen Dank für alle lieben Worte! Isch vermische euch :). - Ach ja, wer sind die begnadeten Dichter?
Samstag, Februar 10, 2007
Halbzeit
Alles Gute zum Fünfmonatigen, schrieb mir Alex heute. Das ist unglaublich. Fünf Monate bin ich schon hier und nur/noch fünf Monate bleiben mir. Genau heute vor fünf Monaten stand ich am Flughafen von Tallinn und die Sonne schien am strahlend blauen Himmel, genau wie heute.
Die Zeit rast und wir rasen mit ihr. Dass meine Schwester letzte Woche hier war, kommt mir wie eine Ewigkeit her vor und als wäre es nur eine Sekunde lang gewesen. Wie eine Sternschnuppe, die zu schnell ist, um sich etwas zu wünschen.
Gerade komme ich von meinem Midterm-Training mit schweren Gliedern (vom Snowboarden) und vollem Kopf (von schwer verdaulichen Denkanstößen) und fühle mich etwas betäubt. Irgendwie wird mir immer mehr klar, was ich nicht erreicht habe und was ich noch unbedingt tun will. Das ist einerseits sehr motivierend, andererseits auch sehr bedrückend und belastend. Aber gerade bin ich so müde und ko, dass ich das Gefühl habe, ich kann gar nix erreichen. - Nee, morgen is das aber sicher anders. Mir fehlen meine Freunde und mir fehlt meine Familie und die wissen das nicht mal richtig. Heute ist heute und morgen ist morgen. Stop grübeling!
