Sonntag, Oktober 22, 2006

Krankenhäuser der ehemaligen Sowjetunion, jaja...

Mannomann, schon wieder ein Wochenende rum und wieder ein Haufen interessanter, seltsamer und schöner Erfahrungen. Aber alles der Reihe nach...

Freitag abend waren wir alle etwas müde von der mässig tollen Studentenparty, auf der wir Donnerstag abend waren, also haben wir nix grossartiges geplant. Spontan sind Ana-Lena, Zina, Antonina und ich dann doch aufn Spaziergang zur Burg rauf und wir wollten gerade wieder gehen (denn das Wetter hier ist zur Zeit... argh!), da passierte das Unglück und Zina fiel ganz blöd auf den glatten Steinen hin. Mann, war das ein Schreck! Der Fuss war auch sofort ganz dick und sie hat vor Schmerzen so gewimmert, dass wir gleich einen Krankenwagen gerufen haben. Gleich gerufen, ja, aber wann kam er? - Es ist echt unglaublich. Dieses Krankenhaus ist 5km entfernt, und dieser Krankenwagen brauchte 20 min!! Ich war so wütend! Wir standen da im strömenden Regen, mit schmerzendem Bein und diese Sanitäter waren weder besonders vorsichtig noch besonders freundlich. Ganz zu schweigen von ihrer Schnelligkeit. Unglaublich. Und zum Krankenhaus haben wir genau 5 min gebraucht.
Dann die Notaufnahme. Ich hab meinen Augen nicht getraut. NOTAUFNAHME. Lachhaft. Die Leute standen rum, seelenruhig, haben lustlos gegähnt und wir wurden erstmal, nachdem wir unfreundlich reingeschoben worden waren, freundlich ignoriert. Dann, Zina im Rollstuhl, kam der Arzt. ARZT. Dieser Mensch rupfte erstmal lieblos (und Zinas Schreien ignorierend) den Socken vom Fuss, knautschte ihn hin und her und versuchte dann einen Eisbeutel zwischen Fuss und Socken zu quetschen. Das sah so schlimm aus und Zina hat so gestöhnt, dass ich ganz geschockt fragte, ob das wirklich so eine gute Idee sei. Naja.. Er hat mich natürlich auch ignoriert oder auch einfach nicht verstanden.
Wie auch immer, jedenfalls fanden sie Stunden später (ich übertreibe etwas) raus, dass der Fuss gebrochen sei (wo genau konnte und wollte uns keiner sagen) und dass er gegipst werden müsse. Das haben sie dann auch gemacht. Ach ja, am Schluss hat uns dann doch mal jemand angesprochen. Wir sollten doch bitte noch bezahlen. 50 Kronen. Schmerzmittel hat Zina keine bekommen und Krücken auch nicht. Und in diesem Krankenhausflur war es so kalt, dass wir drei Wartenden jetzt alle erkältet sind.
Und ich habe die Sanitäter gesehen, wie sie zu ihrem nächsten Einsatz gegangen sind. GEGANGEN. Gähnend, auf die Uhr schauend, schlendernd... Jepp, das ist die Notaufnahme in Viljandi.

Nein, aber das Beste kommt zum Schluss. Wir wollen gerade gehen, da kommt ein Mann rein, der sich an der Hand verletzt hat, richtig böse, mit Blut und hängenden Hautfetzen. Die Frau an der Rezeption guckt kaum richtig auf und deutet ihm in den Operatioonssaal zu gehen. Hinter ihm haben sich kaum die Türen geschlossen, da hören wir ein ganz hässliches Geräusch, nämlich Etwas, das klang, als würden zwei Schlachtermesser aneinander gewetzt. Ich schwöre. Wir guckten uns an, brachen in hysterisches Gelächter aus und machten, dass wir davon kamen.

Ich möchte nie, nie, nie in diese Notaufnahme müssen. Lieber Schmerzen als das.

4 Comments:

At 9:42 PM, Blogger Chris said...

Oh mein gott... des klingt ja schlimmer als in nem schlechten Film... Ich hoffe mal dass du nie in den Genuss dieses "Gesundheitssystems" kommen musst...
*Dirnenganzgroßenschutzengelschickt*

Pass auf dich auf und bleib am stück.
Versprochen?

*knuddl*

 
At 1:00 PM, Anonymous Anonym said...

Ohgott.. das ist ja wirklich furchtbar! Hilfe! Bleib ja in einem Stück!

 
At 10:17 PM, Blogger Klein-Alex said...

Meine Herrn! Des is echt n Erlebnis! Des mit dem Fuß so grob und so kann dir allerdings auch recht häufig in D passieren... Hab da so meine Erfahrungen...(Handball) Aber pass bloß auf dich auf!
Gruß alex

 
At 11:21 PM, Anonymous Anonym said...

Hi Laura, bemerkenswerte Beobachtungen eines sich noch von den Langzeitfolgen der Sowjetunion erholenden Gesundheitssystems. Man bleibt wirklich lieber gesund und sucht sich sonst jemanden, der wirklich engagiert ist, leider nicht so leicht zu finden. Herzlichst Papa

 

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